Free Walking Tour in Amsterdam: vom Dam zu den Grachten und wie du dabei Leute triffst
Aktualisiert: · Hellohood
Kurz gesagt
Free Walking Tours in Amsterdam funktionieren auf Trinkgeldbasis. Die meisten starten am Dam und führen in zwei bis drei Stunden durch die Altstadt, zur Oude Kerk, zum Begijnhof und durch den Grachtengürtel aus dem 17. Jahrhundert. Am Ende zahlst du, was es dir wert war. Die internationale Gruppe macht das Kennenlernen leicht.
Amsterdams Zentrum sieht aus wie ein Bilderbuch, aber erst die Geschichten dahinter machen es verständlich: eine Stadt auf Holzpfählen im Sumpf, ein Handelsimperium des Goldenen Zeitalters, das die Grachtenhäuser bezahlte, Toleranz als altes Geschäftsprinzip und die schwere Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Eine gute Trinkgeld-Tour liefert dir diesen Zusammenhang in einem Spaziergang, dazu praktische Lektionen wie die, welche Spur den Fahrrädern gehört.
Außerdem trifft man hier besonders leicht andere Reisende. Englisch funktioniert überall, die Gruppen sind eine Mischung aus Backpackern, Studierenden und Wochenendbesuchern, und die Tour hält ständig auf Brücken, wo man ganz natürlich ins Gespräch kommt. Hier erfährst du, wie die Touren funktionieren, wie die Route verläuft und wie aus der Gruppe Gesellschaft für einen Drink an der Gracht oder ein Picknick danach wird.
So funktionieren Free Walking Tours
- Du kannst online einen kostenlosen Platz buchen, viele Touren nehmen aber auch Leute mit, die einfach kommen.
- Eine klassische Tour dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden und ist komplett flach.
- Am Ende gibst du dem Guide so viel Trinkgeld, wie es dir wert war; Bargeld in Euro ist am einfachsten, manche Guides nehmen auch Karte.
- Touren laufen in mehreren Sprachen, vor allem Englisch und Spanisch; andere Sprachen wechseln.
- Von Frühling bis Frühherbst und an Feiertagen sind die Gruppen am größten, Touren am Vormittag sind oft entspannter.
Wo die Touren starten
Die meisten Touren treffen sich am Dam, meist beim Nationalmonument gegenüber dem Königspalast, ein paar Minuten vom Hauptbahnhof Centraal. Guides tragen einen bunten Schirm oder ein Schild.
Die klassische Route
- Dam — Der Hauptplatz mit dem Königspalast, im 17. Jahrhundert als Rathaus gebaut, der Nieuwe Kerk und dem Nationalmonument für die Opfer des Zweiten Weltkriegs.
- Oude Kerk — Amsterdams ältestes Gebäude, eine mittelalterliche Kirche, die heute mitten in De Wallen steht, dem historischen Rotlichtviertel.
- Nieuwmarkt & De Waag — Ein lebhafter Platz rund um De Waag, ein Stadttor aus dem 15. Jahrhundert, das später als Waage diente, am Rand des alten Chinatowns.
- Begijnhof — Ein stiller, versteckter Innenhof nahe dem Spui, einst Heim einer religiösen Frauengemeinschaft, mit einem der ältesten Holzhäuser der Stadt.
- Grachtengürtel — Der Grachtengordel aus dem 17. Jahrhundert entlang Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht, UNESCO-Welterbe mit prächtigen Kaufmannshäusern.
- Westerkerk & Anne Frank Huis — Die Kirche, deren Turm Anne Frank in ihrem Versteck hören konnte, und daneben das Haus, in dem sie ihr Tagebuch schrieb.
- Jordaan — Ein ehemaliges Arbeiterviertel mit schmalen Grachten, kleinen Brücken und Cafés, in dem viele Touren ausklingen.
So lernst du bei (und nach) der Tour Leute kennen
- Stell dich am Nationalmonument vor, während sich die Gruppe sammelt; Englisch ist die gemeinsame Sprache, da kann jeder mitreden.
- Allein unterwegs? Bleib auf den Brücken nah beim Guide. Dort stehen alle eng beieinander, und die Gespräche beginnen.
- Wenn die Tour am Jordaan endet, frag, wer Lust auf einen Kaffee oder ein Bier in einem braunen Café in der Nähe hat.
- Erstelle einen Hellohood-Plan „Nach der Walking Tour“ für denselben Abend, etwa ein Picknick im Vondelpark oder die kostenlose Fähre nach NDSM, und teile ihn mit der Gruppe. Die App ist neu: Gibt es noch keinen Plan, starte den ersten.
- Tauscht Instagram statt Telefonnummern und schlagt vor, am nächsten Tag zusammen Räder zu mieten; das ist die amsterdamischste Art, in Kontakt zu bleiben.
Selbst laufen — mit anderen
Um die Route allein zu laufen, starte am Dam und geh nach Osten in De Wallen zur Oude Kerk. Weiter geht es zum Nieuwmarkt mit De Waag, dann durch die Altstadtgassen zurück nach Westen zum Spui und hinein in den Begijnhof. Von dort überquerst du den Singel und läufst an Herengracht und Keizersgracht entlang zur Westerkerk und zum Anne Frank Huis. Zum Schluss schlenderst du durch die Gassen des Jordaan. Ohne Pausen dauert das etwa neunzig Minuten. Mit anderen macht es mehr Spaß: Starte einen Hellohood-Plan und schau, wer mitkommt.
Weitere Touren
- Altstadt & Goldenes Zeitalter
- Rotlichtviertel & Geschichte von De Wallen
- Jüdisches Viertel & Zweiter Weltkrieg
- Jordaan- und Grachtenspaziergänge
Tipps
- Stell dich nie auf die roten Radwege; Radfahrer kommen schnell und aus beiden Richtungen.
- Nimm zu jeder Jahreszeit eine Regenjacke mit, das Wetter wechselt schnell.
- Bequeme Schuhe helfen auf Kopfsteinpflaster und unebenen Klinkern an den Grachten.
- Im Gedränge am Dam und in De Wallen Handy und Geldbeutel nah am Körper tragen, und im Rotlichtviertel keine Fotos von den Fenstern machen.
- Frühling und Frühherbst sind herrlich zum Laufen; im Sommer sind die Vormittage ruhiger als die Nachmittage.
Häufige Fragen
Sind Free Walking Tours in Amsterdam wirklich kostenlos?
Die Teilnahme kostet nichts und es gibt keinen festen Preis. Am Ende gibst du dem Guide so viel Trinkgeld, wie dir die Tour wert war. Guides leben davon, es ist also eher „Zahl, was du willst“ als völlig gratis, aber niemand kontrolliert den Betrag.
Wie viel Trinkgeld gibt man bei einer Free Walking Tour in Amsterdam?
Eine feste Regel gibt es nicht. Viele geben etwa 10–20 € pro Person für eine zweistündige Tour, mehr wenn sie großartig war, weniger bei knappem Budget. Bargeld in Euro ist am einfachsten, manche Guides nehmen aber auch Karte.
Muss ich eine Free Walking Tour in Amsterdam buchen?
Eine kostenlose Online-Buchung ist empfehlenswert, besonders von Frühling bis Herbst und am Wochenende. Viele Touren nehmen aber trotzdem spontan Leute am Treffpunkt mit, solange in der Gruppe noch Platz ist.
Gibt es eine Free Walking Tour in Amsterdam auf Deutsch?
Touren in Amsterdam laufen in mehreren Sprachen, am häufigsten Englisch und Spanisch. Manche Guides bieten an bestimmten Tagen auch Deutsch an, das Angebot wechselt aber. Schau vorher in den aktuellen Plan.
Ist eine Walking Tour gut, um als Alleinreisender Leute zu treffen?
Ja. Die Gruppen sind sehr international, alle sprechen Englisch, und die vielen Stopps auf Brücken machen Gespräche leicht. Wer nach der Tour einen Kaffee oder ein Bier vorschlägt, findet meist ein paar Leute, die mitkommen.
Was kann ich nach der Free Tour in Amsterdam machen?
Mittagessen im Jordaan, ein Picknick im Vondelpark oder mit der kostenlosen Fähre hinter dem Hauptbahnhof nach Amsterdam-Noord. Damit die Gruppe zusammenbleibt, starte einen Hellohood-Plan für den Abend und teile ihn, bevor alle weiterziehen.